“LIVESHOTS! Edward Sharpe & The Magnetic Zeros”

Die Band Edward Sharpe & The Magnetic Zeros, um den Exzentriker Alexander Ebert und seinen fiktionalen Messias Edward Sharpe, überzeugt durch eine kreative Mischung verschiedenster Instrumente und einem interessanten Spiel mit den Genres, welche von Pop/Rock bis hin zu Jam-Band reichen und stets einen Touch Folk in sich haben.

Am 16. August 2011 bot diese Zusammensetzung, im Festsaal Kreuzberg, live eine Überraschung nach der anderen – einen individuell durchdachten Musikstil, gepaart mit unerwarteten musikalischen und optischen Darbietungen.

Während die Vorband spielte, wippte das Publikum noch ein wenig zaghaft hin und her und klatschte nach jedem Track höflich (mit einer kleiner Ausnahme zur Aufforderung “Clap like a motherfucker” hin). Doch sobald Alexander Ebert die Bühne betreten hatte, war jegliche Scheu abgefallen. Spätestens als er sich in die Menge begab, waren alle hin und weg. Alles schien sich mit ihm in einer Trance aus Gesang, Worten und seinem leicht epileptisch wirkenden, aber mitreißenden Tanzstil zu vereinen – die Location bebte.

Das zweite menschliche Highlight der sehr beeindruckenden Musiker – derer zehn an der Zahl – war Jade Castrinos. Ihr purer, so unverdorben scheinender Charme und die absolute Lebensfreude, die sie auf der Bühne widerspiegelte, zog alle sofort in ihren Bann.

Die Show wirkte improvisiert, aber durchdacht. Zum Schluss brachte Ebert die Menge tatsächlich dazu, sich um ihn herum auf den Boden zu setzen. Der chrismatische Sänger trug ein knielanges Leinenhemd, Leinenhose und einen ziemlich langen Bart. Das gab ihm inmitten der Menge von sitzenden Menschen das Erscheinungsbild des von ihm beschriebenen “Messias”.

Atmosphärisch trug der Festsaal die Band auf Händen – das “Holz-Interior” tat seinen Beitrag, die leicht mystische Anwandlung zu verstärken. Die Band verstand es auf sympathische Weise, das Publikum zu integrieren – beispielsweise forderte Ebert sein Publikum auf, zu entscheiden, welcher Song als nächstes gespielt wird – und kreierte somit eine überaus harmonische, ansteckende Atmosphäre, zu der alle einen kleinen Beitrag leisten konnten.

Das Konzert war insgesamt ein großer Erfolg mit außergewöhnlichem Unterhaltungswert und Songs, die alle ihren ganz individuellen Sound haben. Sie bringen gute Laune und reißen die Menge mit, selbst wenn man vor dem Konzert kein Edward Sharpe-Fan war.

Text: Felicitas v. Anhalt Fotos: Nina Zimmermann (www.ninazimmermann.com)

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